Pfarrverbandsarbeit durch Leitbildentwicklung

Grundsätzlich wird  ehrenamtliche Jugendarbeit, die von Jugendlichen und jungen  Erwachsenen in den Pfarreien geleistet wird, vor Ort von hauptamtlichen Seelsorgern und Seelsorgerinnen begleitet. Eine Aufgabe der Jugendstelle ist ebenso die Begleitung und Kontaktpflege dieser jungen Menschen auf übergeordneter (Dekanats-) Ebene und die Kooperationsarbeit mit ihren Pfarreien. Wenn Kommunikationsprobleme auftreten oder personelle Engpässe bestehen, kann rasch für eine Problemlösung gesorgt werden.

Im Pfarrverband Haar ging die Pastoralreferentin befristet für 6 Monate in Elternzeit, danach in Teilzeit und aufgrund guter Kontakte konnte die Jugendarbeit für diese Dauer von einer hauptamtlichen Jugendpflegerin übernommen werden. Begleitet wurden die gemeinsamen Treffen der Leiterrunden der beiden Pfarreien, genannt JIP (Jugend im Pfarrverband). Dieses Gremium tagt ca. alle 2 Monate und dient dem Informationsaustausch sowie der Planung gemeinsamer Aktionen.

Die Gründung des Pfarrverbandes erfolgte 2005. Vorangegangen war ein verfestigtes Konkurrenzdenken der Jugend beider Pfarreien, das sich durch solch eine „Zwangsheirat“ nicht auflöste. Die Jugend „musste“, wie andere Gremien der Pfarrei auch, zusammenarbeiten. Dies gestaltete sich jedoch schwierig, es gab unüberbrückbare Differenzen in den Ansichten, der Arbeitsweise und den Traditionen. Über Jahre war eine Kultur der Abgrenzung entstanden, ein Wettkampf welche Jugend „die Bessere“ sei.

Nach 3 Jahren wagte die Jugend den mutigen Schritt, sich auf einem gemeinsamen Wochenende  anzunähern, um die Arbeitsfähigkeit zu verbessern. Sie wollte auch als Vorbild für den Pfarrverband  dienen, eine Veränderung wagen und eine Verbesserung erwirken. Die Vorbereitung und Durchführung dieses Wochenendes lag in den „neutralen“ Händen der Jugendstelle, unterstützt und großzügig bezuschusst von Herrn Pfarrer Schweiger. Die Erwartungen auf allen Seiten waren groß.

Heraus kam ein großartiges, gemeinsames Leitbild für die Jugend des Pfarrverbandes Haar und eine vorsichtige Annäherung einiger Ehrenamtlicher der beiden Pfarreien. Wir erarbeiteten die Besonderheiten jeder Gruppe, die Stärken und Ressourcen der eigenen Person – was können wir bieten, was macht uns einzigartig? All diese Dinge in einen großen Topf geworfen, ergab einen Pfarrverband mit seinen Ecken und Kanten. Grafisch dargestellt wurde dies in einem Baum, der der Öffentlichkeit (Pfarrer, Pfarrgemeinderat, Gemeinde...) präsentiert wurde.

Es entstand eine allgemein gültige Arbeitsgrundlage für die Jugend im Pfarrverband, die eine Zusammenarbeit ermöglicht, ohne die eigene (Pfarrei)Identität aufgeben zu müssen. Nicht der kleinste mögliche Nenner sondern die Bündelung aller vorhandenen Ressourcen führte zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. Unterstützt wurde dieser Prozess von methodischer Vielfalt (u.a. Soziogramm, erlebnispädagogische Übungen, theoretischer Input,  ) auf dem Wochenende sowie der langen und sensiblen Vorarbeit durch Julia Mokry, der Pastoralreferentin des Pfarrverbandes.

Ermutigt von der Vielfalt der Ressourcen und der Effizienz durch deren Bündelung, erfolgte im Herbst ein zweites Wochenende. Die Weiterarbeit am Leitbild ergab folgende logische Schritte: vertieftes Kennenlernen, Stolpersteine der Zusammenarbeit erkennen -> benennen -> Lösungsstrategien erarbeiten. Ferner bestand der Wunsch nach einer gemeinsamen „spirituellen Basis“, welcher sich aufgrund unterschiedlichster Traditionen als auseinandersetzungsstärkster Punkt zeigt.  Der Entwurf eines gemeinsamen Logos trägt nach gemeinsamen Aktionen (2 Samstage mit Ausflug und anschließendem Grillen, Christmette und gegenseitigen Besuchen in Gruppenstunden) Früchte und ist fertig gestellt. Die gesamte Zusammenarbeit erweist sich auch weiterhin als ein Weg. Ein Ziel ist klar definiert, die Strecke wird immer wieder neu abgesteckt.

In den momentanen Zeiten des Umbruchs ist eine Überprüfung von  Arbeitsabläufen hilfreich und wichtig. Ressourcenbündelung ist nicht nur ein hilfreiches Mittel zurEntwicklung eines „Wir-Gefühles“, sondern dient auch einer Optimierung von Arbeitsabläufen. Die hier gewonnenen Ergebnisse in der Jugendarbeit lassen sich auf alle Pfarreigremien übertragen und können sich bei Pfarrverbandsgründungen als nützlich weisen. Die Jugendstelle steht hierbei gerne als Kooperationspartner zur Verfügung.  

Kath. Jugendstelle im Dekanat Trudering

Jagdfeldring 17

85540 Haar

Telefon:       089/46 96 01

Fax:             089/46 01 28 14

E-Mail:         info@jugendstelle-trudering.de

Web:           www.jugendstelle-trudering.de

 

Mitarbeiter/innen:

 

Andrea Berger

Jugendpflegerin

Michael Kafka

Jugendseelsorger

 

Marion Raibold

Verwaltungskraft

 

Mittlere Ebene Leitung und Mittlere Ebene Runde (Mermel) der KJG: Julia Fischer-Weppler, Daniela Schleier, Franziska Streicher, Sebastian Schleier, Manuel Frieß, Alexander Zimmermann, Anita Irl, Theresa Streicher, Felix Dietz, Rebecca Schleier, Streicher Theresa

 

Verbände im Dekanat:

KJG Tudering

DPSG Stamm Columbus in Neukeferloh,

DPSG Stamm Condor in der Pfarrei Christi Himmelfahrt

DPSG Stamm Gallileo Gallilei in der Pfarrei St. Florian Riem.